25. März 2015

Tutorial Tuesday: Schmusetuch oder Knibbeltuch für Babys


Ich fürchte, bis ich meinen Rythmus im neuen Zuhause wiedergefunden habe, dauert es noch ein bisschen. In meinem Büro ist noch alles sehr provisorisch. Der Schreibtisch hat leider nicht die Dachbodentrappe hochgepasst (ja, auch ohne Füße), so dass ich mich wie ein Nomade im neuen Haus von Tisch zu Tisch arbeite. Mein Büro ist quasi dezentral zwischen Esszimmer, Küchentresen, Sofa und Bett angesiedelt lach. Nicht immer ganz einfach, denn die Peripheriegeräte muss ich demzufolge auch durch's neue Haus tragen.

So kommt es, dass der Tutorial Tuesday – quasi auch dezentral – am Mittwoch stattfindet. Stört uns aber nicht wirklich, oder?

Vor einer Weile (nach den Lätzchen und dem Pucksack) habe ich euch noch mehr DIYs für Babys versprochen. Und ich habe tatsächlich noch einige auf Lager – sogar schon vernäht und fotografiert. Sie müssen nur noch verbloggt werden. Weiter geht es heute mit einem prima Neugeborenen-Geschenk, das easy peasy umzusetzen ist und zudem könnt ihr dabei einfach mal tief in eure Restekiste greifen.



Mein kleines Fräulein Schlau hat ein solches Tuch zu ihrer Geburt geschenkt bekommen und hat es sehr geliebt. Sobald Babys anfangen, ihre Hände zu begreifen und zu benutzen, lieben sie Dinge mit kleinen Zetteln dran, die sich leicht hin- und her schnipsen lassen. Ich hatte mal eine Kollegin, deren Sohn hat als Baby immer mit Waschlappen und Gästehandtüchern gepielt. Also eigentlich nur mit den Aufhängern bzw. den Waschzetteln daran. Der Kleine ist nun allerdings schon fast volljährig, zu seiner Zeit gab es solche tollen Tücher noch nicht.

Als Stoffe eignen sich so ziemlich alle, am besten mit hohem Baumwollanteil. Es sollte nur fusselfrei, farbecht und mindestens Ökotex-zertifiziert sein, denn die Babys werden auch an den kleinen Webband-Schnipselchen und am Stoff lutschen. Schön finde ich auch, wenn die Vorder- und Rückseite ein unterschiedliches haptisches Gefühlt vermittelt. Hier habe ich auf der einen Seite weichen, glatten Jersey verwendet (Pink Sky aus der kommenden „Sweet Life“ Serie), auf der Rückseite Maxi Dots Sweatfrottee. Prima eignet sich auch Nicki.

Ein zusätzliches Gimmick versteckt sich im Tuch: ich habe eine Schicht Bratenschlauch mit eingenäht. Bratenschlauch ist ein prima Knistermaterial (Babys lieben knisterndes, raschelndes Spielzeug). Er ist einigermaßen haltbar und stabil, kann leicht gebügelt werden und hält auch hohe Waschtemperaturen aus. Er muss schließlich auch einen heißen Backofen schadlos überstehen. Gibt's im Supermarkt gleich neben Frischhaltefolie, Müllbeutel und Co..

Das braucht ihr dazu:


- 2 Stoffquadtrate, ca. 32 x 32 cm
- 1 Stück Bratenfolie, gleiche Größe wie die Stoffquadrate
- einige Webbandreste oder Zackenlitze oder Borte, jeweils ca. 8-10 cm lang, pro Seite 5-6 Stück

Steckt zunächst eure in der Mitte links auf links gefalteten Webbandstücke mit der offenen Kante bündig an die Kante des Oberstoffs. An einer Seite müsst ihr mittig eine etwas größere Lücke zwischen den Webbändern für eine Wendeöffnung frei lassen. Dann näht ihr die gefalteten Webbänder knappkantig mit dem Geradstich eurer Nähmaschine fest. Achtet bei dehnbaren Stoffen darauf, dass der Stoff nicht gedehnt wird.


Nun legt ihr die einzelnen Schichten aufeinander:

Oberstoff mit den Webbändern mit der rechten Seite nach oben, darauf – mit der rechten Seite nach unten – die Rückseite und zum Schluss darauf das Quadrat aus Bratenschlauch.


Verwendet zum Fixieren der Schichten keine Stecknadeln. Versuch macht klug: ich hatte zunächst versucht, wenigstens die Stoffschichten mit Stecknadeln am Verrutschen zu hindern. Beim Rausfriemeln aus der offen gebliebenen Wendeöffnung wäre mir aber beinahe der Bratenschlauch gerissen.

Nehmt lieber diese praktischen Wonderclips zum Fixieren. Den Bratenschlauch solltet ihr auf keinen Fall am Rand anpieksen, denn das sind dann prima Stellen zum einreißen.

Näht nun einmal ringsherum – bis auf eure Wendeöffnung!



Nun könnt ihr das Tuch vorsichtig wenden, die Ecken mit einer Schere oder einem anderen spitzen Gegenstand ausformen und die Wendeöffnung mit der Hand oder einem Geradstich verschließen.

Mein kleines Model war ziemlich begeistert von dem raschelnden Dingsbums mit den vielen Sachen zum Knibbeln daran. Hier wird der Pinzettengriff, das Tastgefühl und überhaupt ziemlich viele Synapsen in so einem kleinen Babykopf ganz schön in Fahrt gebracht. Je bunter, desto schöner!

Viel Spaß beim Nachmachen!

Alle Sweet Life Designs und alle neuen Webbänder zu der neuen Serie, die im Mai in den Handel kommt, könnt ihr hier nochmal betrachten.

EDIT: Ein wichtiger Nachtrag hat mich durch meine aufmerksamen LeserInnen erreicht. Ich poste das mal genau so, wie das Daniela von Sewing Elch auch in die Kommentare geschrieben hat:

„1. Ganz wichtig ist, einige Löcher in den Bratenschlauch zu machen. Ich habe das mit einer kleinen Schere gemacht, andere nehmen dafür einen Löcher. Das ist wichtig, weil das Baby sich das Tuch ja auch auf das Gesichtchen legen könnte und durch die Löcher verhindert man, dass es da im Extremfall ersticken könnte.

2. Mein zweiter Hinweis dient auch der Sicherheit: Ich habe die Naht rundherum als Dreifachstich gemacht. Dadurch ist die besonders stabil und hält den Zugkräften eines Babys stand. So kann keines der Bändchen abgehen und das Baby gefährden.“

Danke, Daniela!

4. März 2015

Das süße Leben {Sweet Life 2015}


Nachdem ich euch schon auf allen Kanälen mit süßen Häppchen der neuen Sommer-Kollektion „Sweet Life“ versorgt habe, will ich sie euch endlich auch mal auf dem Blog zeigen. So richtig, mit vielen bunten Bilder und auch ein bisschen Geschichte dazu.

Neulich bei meinem Tutu-Tutorial habe ich euch schon den Regenbogen-Stoff „Pink Sky“ aus der Sweet Life Kollektion gezeigt. Mit dem fing eigentlich alles an. Ich hatte ihn damals(2010) entworfen und bei Spoonflower hochgeladen. Ihr erinnernt euch? Das ist der Print-on-demand-Service aus USA, den ich damals entdeckte und wo ich meine ersten Stoffe für den Eigenbedarf drucken ließ. Die waren damals auch ganz neu, aber irgendwie war leider das deutsche Waschmittel nicht mit amerkanischer Digitaldruck-Technologie auf Stoff kompatibel. Die Farbe auf dem T-Shirt hielt keinen drei Wäschen stand. Erst gestern beim Umzugskisten packen warf ich den verwaschenen Rest in den Mülleimer. Um ihn kurz darauf wieder rauszuholen. Von solchen Erinnerungsstücken kann ich mich dann doch nicht trennen.

Links also Life is sweet Blue Sky 2010, rechts Sweet Life Pink Sky 2015!

Links: Spoonflower-Stöffchen von 2010, rechts: Sweet Life Pink Sky 2015

Bei den Regenbogen blieb es aber nicht. Es kamen noch Törtchen, Früchte und Eis am Stiel dazu. Sogar die Kirschen hatte ich damals schon entworfen. Kim Knight, die damals noch den Stoff-Blog in den USA True Up schrieb (mittlerweile ist sie selbst unter die Designer gegangen), stellte meine kleine Spoonflower-Kollektion sogar vor. Das war wie ein Ritterschlag für mich! Leider hat sie den Blog mittlerweile aus dem Netz genommen. Das war „Life is sweet“ 2010!

Ich hatte die Kollektion immer im Hinterkopf, zu gern hätte ich sie richtig produziert gesehen. Doch waren die Designs für konventionellen Stoffdruck mit Rotationstechnik viel zu bunt. Da kann man mit maximal 8 bis 10 Farben drucken und die Designs hatten viel mehr verschiedene Farbtöne. Und unbunter machen mochte ich sie einfach nicht.

Sweet Life Yummy Jersey in schwarz

Links: fast alle auf einen Blick; rechts: Sweet Life Yummy, Foto: Claudia Holtgrefe, Frau Liebstes
Manchmal muss man nur ein bisschen geduldig sein und ich finde, fünf Jahre zu warten war schon ziemlich geduldig. Dafür ist es jetzt um so bombastischer, dass sie vor mir liegen. In ihrer vollen, kompletten und bonbonbunten Farbenpracht. Digitaldruck sei Dank! Yeah!

Damit es eine richtige kleine Kollektion wird und man – wie immer – kreuz und quer kombinieren kann, gibt es sechs verschiedene Designs in unterschiedlichen Farben und auch noch passende Streifen dazu. Meine Lieblings-Kombi ist übrigens diese hier: Sweet Life Queenie Bee mit Campante in Gelb-Pink!

Sweet Life Campante und Sweet Life Queenie Bee

Die Designs sind alle simpel, grafisch, fröhlich. Ob ihr sie für eure Minis, für eure Schulkinder oder für euch selbst vernäht, bleibt eurer Phantasie überlassen. Ich finde, alles ist möglich!

Sweet Life Popsickle

Sweet Life Yummy; Foto: Nina Schmidt, Glücksmarie

Sweet Life Cherries; Foto: Nina Verhoeven, Hedi näht!

Sweet Life Popsickle; Foto: Nina Schmidt, Glücksmarie

Sweet Life Cherries, Foto: Claudia Holtgrefe, Frau Liebstes

Sweet Life Cherries, Foto: Susanne Schiegl, Raxn
Überhaupt stecken in diesen fröhlich-bunten und knalligen Jerseys noch eine ganze Menge mehr: ich habe noch zwei weitere Tutorials für euch vorbereitet: ein Knistertuch und ein Kapuzenhandtuch für Babys. Was für den Sommer – auch für größere Kinder – habe ich noch in Planung. Diese Stoffe inspirieren mich zu so viel!

Ina von Pattydoo hat aus den Sweet Life Cherries nicht nur ein Sommerkleid für sich selbst genäht, sondern aus den Stoffresten auch noch heiße H*schen! Für die Panties gibt es sogar ein kostenloses Schnittmuster für große und für kleine Mädchen inklusive Trägertop und einem Anleitungsvideo – das alles findet ihr hier!

Natürlich habe ich auch gleich angefangen, ein paar Panties für mein kleines Fräulein zu nähen – war eh klar, oder? Das geht so schnell und hat auch noch auf die ohnehin schon viel zu lange To-Sew-Liste gepasst – so zwischen rein.


Aus Zeitmangel (wir stecken mitten im Umzug!) habe ich viel für Babys genäht. Ich dachte, das geht schneller lach. Naja, zumindest braucht man nicht viel Stoffmasse unter der Maschine bewegen. Mein kleines Model musste bei einem Termin allein fünf Outfits tragen, nur eins davon war nicht aus Sweet Life Stoffen genäht. Aber dass die kleine Maus so munter war, muss an den schönen bunten Kleidern gelegen haben. Kann gar nicht anders sein...

Sweet Life Popsickle mit passendem Campante

Sweet Baby mit Sweet Life Blue Sky und Maxi Dots

Meine Probenämädels haben auch für sich wunderschöne Kleidung gezaubert! Traumhafte Kleider, Röcke und Oberteile sind entstanden! Das Design Cherries und Ringading Dong haben sie für sich selbst am liebsten vernäht. Kein Wunder, denn vorallem die kleinen Kreise eignen sich nicht nur super zum Kombinieren sondern legen auch alleine einen gekonnten Auftritt hin.

Sweet Life Ringading Dong, Foto: Susanne Schiegl, Raxn

Die Sweet Life Serie ist ab sofort für Händler vorbestellbar. In den nächsten Tagen zeige ich euch die vielen schönen Verarbeitungsmodelle – von mir und auch von meinen fleißigen Probenäherinnen, die sich voll vom Sommerfeeling haben anstecken lassen!

Sweet Life Pink/Blue Sky, Popsickle und Yummy; Foto: Nina Verhoeven, Hedi näht!


Hier nochmal alle Designs auf einen Blick:








Die Stoffe (digitalbedruckte Baumwoll-Stretchjerseys) und Webbänder können ab sofort bei Hilco vorbestellt werden. Ausgeliefert wird dann alles im Mai und alle können eine Sweet-Life-Sommerparty feiern! Ich freu mich schon wie Bolle auf eure Fotos! Ich bin gespannt, was ihr euch alles ausdenkt! Bis dahin ist es aber noch ein bisschen hin und ich werde euch mich reichlich Anregungen versorgen – versprochen!

Bis dahin... genießt das süße Leben!

4. Februar 2015

Mittwochslektüre: Warum ist Schnodder grün und warum sind die Pupse von Termiten klimaschädigend?

Über die Weihnachtsfereien haben wir ganz viel Zeit als Familie genossen und einfach mal ganz entspannt zuhause abgehangen. Irgendwie hatten wir das alle so nötig. Die Kids waren besonders dankbar für einfach mal gar kein Programm. Sowas hatten wir schon lange nicht mehr. Es gab kaum Beschwerden, dass ihnen langweilig wäre, dass sie sich unbedingt mit Freunden verabreden wollten oder dass wir doch endlich mal was unternehmen sollten. Sie haben sich einfach nur selbst genügt.

Und weil wir die Nachmittage so entspannt gemeinsam abhingen, haben wir auch ganz viel zusammen gehört. Ich habe eine Menge Hörbücher und auch Bücher in petto, die ich euch hoffentlich in nächster Zeit alle vorstellen kann.

Den Anfang macht heute ein Hörbuch für etwas größere Kinder. Es heißt „Warum ist Schnodder grün?*“ und ist für Kinder ab 8 Jahren. Ehrlich gesagt lag das Hörbuch schon eine ganze Weile bei uns rum, bevor es das erste Mal in den CD-Player wanderte. Es ist eben keine Geschichte sondern eher ein Sachbuch. Und das per sé klingt ja schonmal nicht so aufregend. Umso überraschter waren wir dann, als wir es zusammen anhörten.

Es steckt voller Informationen angefangen von der Entstehung der Welt bis hin zu der Größe vom Gehirn im Verhältnis zum Körper und der damit verbundenen Intelligenz (oder eben nicht). Und dabei bekommt man Antworten auf Fragen, die besonders Kinder interessieren. Was passiert eigentlich, wenn man in einem Astronautenanzug pupst (Oh mein Gott, besser nicht!), warum Pupsen und Rülpsen verwandte und notwendige Körperfunktionen sind, warum eigentlich alle Tiere pupsen (die Termiten aber besonders klimaschädigend), warum nicht alle Fische sterben, wenn ein Blitz ins Meer einschlägt und so weiter.

Auf der Seite des Audio-Verlags steht:
„Schließlich gibt es auf viele Fragen mehr als eine Antwort. Und viele Antworten bringen neue Fragen mit sich. Dieses Prinzip hat Glenn Murphy vom Science Museum in London aufgegriffen und beantwortet so die spannendsten Fragen über Mensch und Tier, das Weltall und die Technologien der Zukunft. Was weder Google noch die Eltern wissen, präsentiert Murphy wissenschaftlich fundiert, kindgerecht und extrem unterhaltsam.“

Die Fragen und Antworten werden sehr unterhaltsam gesprochen von Simon Jäger und Leon Seibel, die im Zwiegespräch Kind - Erwachsener ein paar echte Schenkelklopfer loslassen – O-Ton: So gesehen ist die Arschtrompete ein besseres Instrument als das Rülpsophon. Das Hörbuch ist eine szenische Lesung mit witzigen Geräuschen und Musik.

Und wenn ich es mir so recht überlege, kann sich dieses Hörbuch wunderbar in die Reihe unserer Lieblinge „Kuckuck, Krake, Kakerlake“, „Eisbär, Elch und Eule“ (hier vorgestellt) und „Unglaubliche Geschichten von ausgestorbenen Tieren“ (hier vorgestellt) einreihen.

Zum Glück weiß ich jetzt auch, warum Elefanten und Wale ihre Zeit eben nicht mit Elefantenschach und Walphilosophieren verbringen – obwohl sie im Vergleich zu uns Menschen ein so großes Gehirn haben. Ich hab mich schon immer gewundert.

Übrigens fährt mein großer Glücksritter im Moment total auf die Mitbring-Experimente*vom Kosmos-Verlag ab. Ich glaube zwar nicht, dass er mal ein Naturwissenschaftler, Techniker oder Ingenieur wird, aber das Experimentieren mit den unterschiedlichsten Sachen (Strom, chemische Substanzen, technische oder chemische Prozesse) machen ihm im Moment unheimlich viel Spaß. Von seinem Weihnachtsgeld von Oma hat er sich gleich einen ganzen Stapel solcher Kästen gekauft.Und seine Zeit kann man ja auch mit mehr Unsinn verbringen, oder? Also, falls ihr noch eine Geschenkidee für einen 11jährigen braucht – voilà!

Übrigens sind alle *-Links Affiliate-Links. Ihr unterstützt mich und die Arbeit für meinen Blog dadurch mit ein paar Cent, die mir durch euren Kauf gutgeschrieben werden. Für euch kostet das keinen Cent mehr!

3. Februar 2015

Tutorial Tuesday: Elternzeit-Blog-Vertretung für Julia und ein Tutu-DIY ohne Nähen!


Mein heutiger Tutorial Tuesday gehört Julia von Lillesol und Pelle. Aufmerksame Leser kennen sie, denn sie hat unter ihrem Label Lillesol & Pelle schon viele schöne Schnittmuster rausgebracht und außerdem ist sie eine meiner fleißigen Probenäh-Bienen! Vor kurzem hat sie eine kleine Tochter entbunden! Deshalb hat sie mich vor einer Weile gefragt, ob ich auf ihrem Blog einhüte und quasi Elternzeit-Blog-Vertretung für sie mache. Am Liebsten hätte ich es natürlich andersherum gemacht: sie bloggt, während ich ihre zauberhafte kleine Prinzessin betüddel. Aber das holen wir vielleicht mal nach – neech, Julia? Schaut auf jeden Fall mal zu ihr auf den Blog, denn im Moment gastbloggen da eine Menge lieber Kolleginnen!

Weil Julia nun schon drei zauberhafte Töchter hat und ich starke Zweifel habe, dass ihre Jüngste nicht mit jeder Menge Prinzessinnen und Glitzer-Flair aufwächst (schließlich hat sie zwei große Schwestern!), habe ich am heutigen Tutorial Tuesday eine Anleitung für ein easy peasy Mini-Tutu für euch vorbereitet, das jede Menge Prinzessinnen-Flair versprüht. Es geht ganz leicht und ihr braucht dafür nicht mal eine Nähmaschine!

Und das geht so:


Ihr braucht:
2,1 m Feintüll (hier 1,35 m Pink, je 35 cm Blau und Hellblau)
1,5 m Satinband (hier von Stoff & Stil)
Schere
Maßband

Verwendet den Tüll gern in unterschiedlichen Farben, das gibt ein schönes Farbenspiel. Wichtig ist, dass ihr Feintüll und nicht diesen kratzigen Faschings- oder Dekotüll verwendet. Letzterer ist nicht nur unschön für zarte Baby- oder Kinderhaut, er ist auch ein potentieller Strumpfhosenkiller. Ich bin ja immer sehr dafür, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen, aber ich habe in Hamburg leider keinen Laden gefunden, der Feintüll führt, geschweige denn auch noch in unterschiedlichen Farben. Fündig geworden bin ich letztlich doch im Netz, nämlich bei The Tulle Factory. Das ist ein deutscher Online-Shop und dort gibt es die unterschiedlichsten Tüll-Arten in vielen verschiedenen Farben. Ich habe für das Tutu den Feintüll Nr. 5 in drei verschiedenen Farben verwendet.

Überlegt euch, welche Länge euer Tutu haben soll. Meins ist für ganz Kleine und ca. 23 cm hoch, aber ich schätze, es wird ganz lange passen. Messt also sowohl die Länge als auch den Bauchumfang von eurer kleinen Prinzessin. Die Länge des Satinbandes, mit dem das Tutu später einfach um den Bauch gebunden wird, bemisst sich aus der Bauchlänge plus ca. 60 cm für Knoten und Schleife.

Schneidet euch von eurer Hauptfarbe (hier Pink) drei Streifen von ca. 45 cm (oder die doppelte Länge eures Tutus) über die ganze Breite (hier 140 cm). Faltet nun den Streifen der Länge nach (das lässt sich besser schneiden) und schneidet ca. 7-10 cm breite Streifen. Das muss nicht so ganz genau sein, ich habe weder mit dem Lineal gemessen noch mit dem Rollschneider geschnitten. Einfach mit der Schere, schnipp-schnapp.

Von den beiden anderen Farben (hier Hellblau und Blau) habe ich jeweils einen Streifen von ca. 35 cm Höhe (auch wieder über die gesamte Breite des Stoffes von ca. 140 cm) geschnitten und daraus etwas schmalere Streifen von ca. 5 cm Breite abgeschnitten.


Nun fixiert ihr euer Satinband an einer Stelle auf eurem Tisch (ich habe einfach meine Schere darauf gelegt), faltet einen Streifen Pink in der Mitte, legt darüber mittig einen Streifen Blau und macht oben am Knick eine Schlaufe, die ihr unter dem Satinband durchschiebt.


Führt nun die Enden des Tülls durch die Schlaufe und zieht sie nach unten fest. Als nächstes faltet ihr einen Streifen Pink und legt einen Streifen Hellblau darüber. Macht wieder einen Schlaufe, führt die Enden des Tülls durch und so weiter. Bei mir haben sich Hellblau und Blau immer abgewechselt.

 Ob ihr nun den Knoten auf der Vorder- oder Rückseite sehen wollt, bleibt euch überlassen.


So sieht das aus, wenn der Knoten außen zu sehen ist:


Huch, das war's schon! Wenn euer Kind größer wird, schiebt ihr eifach die Knoten ein bisschen auseinander. Wenn irgendwann das Band zu kurz wird, zieht ihr einfach ein längeres durch. Statt einem Satinband könnt ihr natürlich auch einen Hosengummi verwenden, den ihr vorher zu einem Ring zusammennäht. Das wäre dann allerdings schon wieder was mit Nähen. Wer trotzdem nicht auf die Schleife verzichten möchte, knotet einfach eine an den Gummi ran.

Mit den Tutu-Farben könnt ihr natürlich wunderbar spielen: in Blautürkis ist das dann der Rock einer Meeresprinzessin, in Moosgrün der einer Waldelfe, in Weiß eine Schneeflocke etc. ... schließlich steht der Karneval kurz vor der Tür!


Für die kleine Lillesol-Prinzessin habe ich noch einen passenden Body genäht. Der Regenbogen-Jersey ist so brandneu, dass ich ihn eigentlich noch gar nicht zeigen darf. Wer aber schon gaaaanz lange mitliest, kennt vielleicht das Design. Hach, ich freu mich so, dass es den in diesem Jahr „in echt“ geben wird! Die neuen Stoffe kommen erst im Sommer, aber ich bin schon so verliebt, dass ich ihn heute einfach anschneiden musste. Und jetzt durftet ihr schonmal luschern.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachmachen und dir Julia wünsche ich noch eine wunderbare Kennenlernzeit mit deiner kleinen Prinzessin!


2. Februar 2015

Kamehameha Lei und Aloha – Blumengrüße aus Hawaii!

Foto links: Hamburger Liebe; Foto rechts: Kathrin Stahl

Der bekannteste Privatdetektiv von Hawaii hatte letzte Woche seinen 70. Geburtstag. Zeit, ihm nochmal einen extra herzlichen Glückwunsch zu schicken! War er doch maßgeblich an der Entstehung der Kamehameha-Kollektion beteiligt. Naja, eher sein Alter Ego T. Magnum aus der gleichnamigen Serie. Und der auch nur virtuell. Als Stimmungsmacher sozusagen! Das aber umso nachhaltiger, denn hier standen kurz vor Weihnachten alle Zeichen auf Hawaiifeeling. Wir haben uns Masken ausgeschnitten und Blumenketten umgehängt.

Sogar Polly und Peppa haben sich anstecken lassen!


Aber Hand auf's Herz – wer hätte gedacht, dass die Designs Aloha und Lei so ein Jungsding werden könnten? Als ich die Designs gezeichnet habe, sah ich das auf jeden Fall nur sehr vage vor meinem inneren Auge. Die beiden Hemden hat meine Schneiderin Maike genäht. Das kleine nach einem abgewandelten Ottobre Schnitt. Den gab es auch schon mal mit Surfern und Haien. Das große Hemd ist nach einem Schnitt von McCalls genäht. Ein echtes Hawaiihemd und nur was für lässige Jungs, die den Sommer am liebsten auf dem Board oder am Strand verbringen.


Kamehameha Lei; Foto oben: Kathrin Stahl; Kinderhemd nach einem abgeänderten Ottobre-Schnittmuster
Kamehameha Aloha; Foto: Kathrin Stahl; Schnittmuster: McCalls

Aber Kamehameha Aloha und Lei sind noch viel universeller einsetzbar: dank der drei verschiedenen Qualitäten Batist (eine ganz wunderbare weiche und leichte Baumwollware), Popeline (hoher Stand und gewohnt weiche und glatte Oberfläche) und der Stretch-Jersey lassen sich die unterschiedlichsten Sachen daraus zaubern. Hier habe ich euch ja schonmal alle Designs gezeigt.

Ich liebe meine Tunika und mit einer Strickjacke  darüber ist sie auch schon den Winter über eine treue Begleiterin geworden. Das kleine Fräulein hat ihre Tunkia – ebenfalls aus Batist – sogar an Heilig Abend getragen. Wenn das mal kein Kompliment ist?

Kamehameha Aloha Batist; Foto: Kathri Stahl; Tunikaschnitt: Mina und Mamina von Kibadoo

Kamehameha Aloha Batist, kombiniert mit Hula Square und Stripy Hearts aus der Elephant Love Kollektion
Mamina Tunika aus Kamehameha Aloha Batist, kombiniert mit CrissCross und Neon-Paspel

Meine Probenäherinnen haben die tollsten Sachen daraus entstehen lassen: Taschen und Täschchen, Blusen, Kleider, Tunikas. Ein Teil schöner als das andere!

Kamehameha Aloha Jersey; genäht von Julia, Mamigurumi; Foto: Christoph Weiss

Dieses traumhafte Kleid hat Julia von Mamigurumi genäht! Auf ihrem Blog zeigt sie euch noch mehr dieser zauberhaften Fotos, die ihr Mann gemacht hat.

Kamehameha Aloha Jersey; genäht von Julia, Mamigurumi; Foto: Christoph Weiss

Kamehameha Aloha Jersey; genäht von Julia, Mamigurumi; Foto: Christoph Weiss
Auch Claudia hat wieder ein paar wunderschöne Teile genäht. Hier ihre ganz neue Tunika Kira, die ihr mittlerweile als E-Book kaufen könnt. Genäht hat sie sie aus Maui-Batist und die Ärmel sind abgesetzt mit CrissCross Popeline. Für den Sommer ein echtes Traumteilchen!

Kamehameha Lei Batist; Tunika: Kira von Ki-ba-doo; Foto: Claudia Holtgrefe

Kamehameha Lei Batist; Tunika: Kira von Ki-ba-doo; Foto: Claudia Holtgrefe
Aber auch der tolle Strandrock aus Maui-Jersey und der Sonnenhut sind echte Farbklekse am Strand. Zu diesem Rock darf man eigentlich gar keine Schuhe anziehen lach!

Kamehameha Lei Jersey mit passendem Campan; Foto: Claudia Holtgrefe

Foto: Claudia Holtgrefe
Und last but not least die wunderschöne Strandtasche von Julia. Das Schnittmuster für die Sunshine-Coast-Strandtasche könnt ihr bei Lillesol & Pelle als E-Book kaufen. Die steht auf jeden Fall noch auf meiner To-sew-Liste!

Der große Streifen vorne auf der Tasche ist so genäht, dass man seine Flip Flops reinstecken kann. Wie praktisch!

Kamehameha Lei kombiniert mit CrissCross; Schnitt: Sunshine Coast Strandtasche von Lillesol & Pelle; Foto: Julia Korff

Kamehameha Lei kombiniert mit CrissCross; Schnitt: Sunshine Coast Strandtasche von Lillesol & Pelle; Foto: Julia Korff

Habt ihr nun schon ein bisschen den Sommer riechen können? Die Stoffe gibt es bei Hilco und sie werden ca. im April ausgeliefert werden. Hier seht ihr nochmal alle auf einen Blick!

In den nächsten Tagen zeige ich euch auch noch die anderen Designs ein bisschen genauer, denn alle auf einmal hätte den Rahmen gesprengt! Morgen gibt es aber erstmal einen Tutorial Tuesday – lasst euch überraschen!